Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Schloßstr. 9
91792 Ellingen/Bay.

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10–12 und 13–16 Uhr
(Oktober–März)

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Veranstaltungen

Wirtschaft und Verkehr im Elbinger Land, Archäologisch Historisches Museum Elbing
vom 20.06.2002 bis 31.12.2002
Beschreibung:

Am 20. Juni 2002 wurde eine vom Kulturzentrum Ostpreußen vorbereitete Ausstellung über Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der Region im Elbinger Stadtmuseum feierlich eröffnet.

Es ist das erste Mal, dass sich das Kulturzentrum Ostpreußen aus Ellingen mit einer Ausstellung in Elbing präsentiert. Die ganz neu erstellte Dokumentation umfasst 40 Tafeln, ist komplett zweisprachig und kann später auch in anderen polnischen und deutschen Museen gezeigt werden. Mit neuester digitaler Drucktechnik wurden Gemälden, Landkarten, Ansichtskarten und Fotos abgebildet. Kurze, informative Texte beschreiben die wesentlichen Ereignisse aus der Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte der Stadt und Region im 19. und 20. Jahrhundert. Auf die Anschaulichkeit haben die Ellinger Ausstellungsgestalter sehr viel Wert gelegt, wofür sie bei der Eröffnung vom gastgebenden Museumsdirektor Dr. Arbart und anderen viel Lob erhielten.

 

 

Ausstellungsraum des Elbinger Stadtmuseums. Viele Besucher kamen gleich zur Eröffnung unserer Ausstellung

 

Die alte, im Jahre 1237 gegründete Ordens- und Hansestadt Elbing hat eine interessante und wechselvolle Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit einer Übersicht aus der Wirtschaftsgeschichte Elbings im 19. und 20. Jahrhundert. Die Napoleonische Ära brachte der Elbinger Wirtschaft schwere Schäden. Infolge dieser Jahre stand die Stadt am Rande des Ruins. Der Hafen und die Speicher, die Zeugen der glorreichen Jahre der Stadt, standen lange Zeit leer, mehrere Kaufleute verließen die Stadt, die ganze Wirtschaft lag praktisch lahm und die Zahl der Einwohner ging zurück. Die stolzen Tage Elbings als See- und Handelsstadt waren vorüber. Zum Glück aber sind neue Ideen zur Entwicklung der Stadt entstanden. Die weitblickenden Bürger von Elbing haben damals eingesehen, dass die Stadt wohl dazu geeignet ist, eine Industriestadt zu werden. Nach 1825 begann sich die Wirtschaft der Stadt zu beleben. In kurzer Zeit entwickelten sich in Elbing und in der Umgebung verschiedene Zweige der Leichtindustrie, später die Maschinenindustrie und schließlich der Schiffbau. Als der wesentliche Schrittmacher des industriellen Fortschritts erwies sich hier die Dampfmaschine.

 

 

Elbing, die Weiße Kahlbergflotte vor dem Auslaufen. Das Gebäude in der Mitte: “Kaufhaus am Elbing“

 

Die ersten bedeutenden Industriellen in der Stadt waren Friedrich Philipp Baumgast und Ignatz Grunau, die 1829 die "Dampfmaschinen Etablissements" in Elbing gründeten. Im Jahre 1833 arbeiteten in Elbing bereits mehrere Manufakturen und Fabriken. Auch Schiffbauer fanden wieder Arbeit. Die Familie Grunau begründete in der Stadt eine Reederei und ließ sich 1844 von der Mitzlaffschen Werft und der Maschinenfabrik Ferdinand Schichau in Elbing den Dampfer "James Watt" und im Jahr 1845 den ersten eisernen Seedampfer Preußens "Borussia" erbauen.

Sehr wichtig für die Entwicklung der Stadt und Region war der Bau und die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Marienburg - Elbing - Braunsberg im Jahre 1852. Damit leitete die Eisenbahn eine "Transportrevolution" in der Region ein. Der wirkliche Wirtschaftsaufschwung kam mit den 70er Jahren des 19. Jh.. Durch das Aufblühen des Staates und durch die Marinepolitik des Deutschen Reiches hat die Entwicklung der Stadt Elbing einen neuen Auftrieb bekommen. Aus der alten Handelsstadt Elbing wurde am Ende des 19. Jahrhunderts eine Industriestadt, eine Stadt mit vielen weltbekannten Firmen, wie z.B. F. Schichau, F. Komnick und Loeser & Wolf. Aus der im Jahre 1837 gegründeten Maschinenfabrik Ferdinand Schichaus ging die weltberühmte Schichau-Werft hervor. Vor allem der Bau von Torpedobooten, Dampfer für Handels- und Kriegsmarine, Bagger und Lokomotiven verschaffte den F. Schichau-Werken Weltruf und kamen der Stadt, dem Hauptsitz der Firma, zugute.

Am Anfang des 20. Jh. entstanden auch günstige Aussichten für den Elbinger Handel. Die wichtigsten Faktoren, die neue Handelsmöglichkeiten der Stadt eröffneten, waren vor allem: der Bau der neuen Bahnstrecken (nach Allenstein, Osterode und Heilsberg), Bau der Haffuferbahn (1901 fertiggestellt) und eine entsprechend gute Instandhaltung der Wasserwege in der Region.

 

Die neue politische Situation nach 1920 hatte die Entwicklungsmöglichkeiten Elbings teilweise begrenzt (die Trennung von Reich und Danziger Freistadt). Elbing war jetzt eine Grenzstadt geworden. Anderseits, diese neue territoriale Lage und günstige Verkehrsverbindungen zu Wasser und zu Lande, erlaubten der Stadt die Rolle eines Verkehrszentrums für das neu entstandene Hinterland zu übernehmen, was auch im Interesse des immer mehr an Bedeutung gewinnenden Hafens von Elbing war. Das alles führte zur Neuorientierung im Handelsbereich der Stadt. Der Elbinger Hafen konnte niemals ernstlich dem Danziger Hafen oder dem Königsberger Hafen Konkurrenz machen. Trotzdem versuchte die Stadt Elbing durch den Bau eines modernen Getreidesilos, die Vertiefung des Fahrwassers, die Verbreiterung des Elbingflusses und andere Maßnahmen im Hafen, den Handel und die Schifffahrt zu fördern.

 

 

Übersichtsplan über die Trockenlegung des Frischen Haffs und den Durchstich durch die Frische Nehrung bei Kahlberg.

 

Im Jahre 1932 entstand im Elbinger Städtischen Tiefbauamt sogar ein Projekt der Trockenlegung des Frischen Haffs und des Durchstichs auf der Frischen Nehrung bei Kahlberg, wonach Elbing einen direkten Großschifffahrtsweg zur Ostsee erhalten sollte. Darüber hinaus sah die Planung vor, das Frische Haff durch Einpolderung (nach holländischem Vorbild) teilweise trocken zu legen. Diese Maßnahme sollte auch der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Gewinnung von Neuland für Siedlungszwecke dienen. Ganz besonders hätte von diesem Projekt die Stadt Elbing profitiert, die infolge des Zusammenbruchs ihrer Industrie in eine verzweifelte Lage geraten war. Bei 70 000 Einwohnern waren damals in Elbing rund 10 000 Erwerblose vorhanden.

Der Durchstich bei Kahlberg, mit einer Fahrrinne von 60 m Breite, sollte etwa 1,3 km nördlich vom Kahlberger Leuchtturm gebaut werden. Unter damaligen Verhältnissen konnte Elbing mit Seeschiffen nur von Pillau aus, durch die Fahrrinne des Frischen Haffs erreicht werden. Die Länge der Fahrstrasse im Haff vom Elbinger Leuchtfeuer bis Pillau betrug rund 60 km, die Länge des neuen Großschifffahrtsweges - nur 8 km. Der Kanal hätte für die Elbinger Seeschifffahrt eine große Ersparnis bedeutet. Die Gesamtkosten des Projektes wurden damals auf 32 500 000 RM geschätzt, die Realisation des Projektes - etwa 6 bis 10 Jahre. Bei einer Dauer der Arbeiten von 7 Jahren hätten rund 3000 Arbeiter jährlich beschäftigt werden können.

 

Dies ist ein Beispiel für die Themen, die in der Ausstellung dargestellt sind. Einen angemessenen Platz auf den Ausstellungstafeln nahmen die Informationen aus der Geschichte der größten und bekanntesten Elbinger Firmen (Schichau, Komnick, Loeser & Wolf, Brauerei Englisch Brunnen) ein, es wird aber auch über die kleineren Firmen berichtet (Molkerei Schroeter, F. Schenk-Werft und andere). Die Geschichte der bedeutenden künstlichen Wasserstraße Ostpreußens, des Oberländischen Kanals, ist mit der Wirtschafts- und Verkehrslage der Elbinger Region verbunden; die Wirtschaft der Gegend um das Frische Haff (z. B. Industrie, Fischerei und Fremdenverkehr) wird mit der Elbinger Seefahrt und den Elbinger Reedereien verknüpft. Über die Bedeutung des berühmten Badeortes Kahlberg-Liep im Leben der Elbinger wird ebenfalls berichtet, genauso wie über Cadinen, Succase und Tolkemit. Auf den Ausstellungstafeln fanden noch weitere Themen ihren Platz: z. B. die Eisenbahn, Straßenbahn, Haffuferbahn usw.

 

Mit dieser Ausstellung, die in Elbing noch bis zum 10. September gezeigt wird, hat das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen den ersten erfolgreichen Schritt im Rahmen einer zukünftigen Zusammenarbeit mit dem Elbinger Stadtmuseum gemacht.

 

Dr. W. R. Gogan, Archivar und Historiker Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen

 
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