Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Kurt Schumacher
Deutscher und Europäer
vom 14.10.2005 bis 05.03.2006
Beschreibung:
Kurt Schumacher

Vorbemerkungen zur Ausstellung

 

von Dr. Lothar Hyss Direktor des Westpreußischen Landesmuseums

 

Das Westpreußische Landesmuseum erinnert mit einer Wanderausstellung und einem Begleitbuch an einen außergewöhnlichen Menschen, der wie kaum ein anderer den politischen Neuanfang in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zu prägen vermochte. Dem 1895 im westpreußischen Kulm an der Weichsel geborenen deutschen Protestanten standen zwei Kriege, Teilungen des Vaterlandes, Verwundung, Verfolgung durch die Nationalsozialisten, politische Erfolge sowie Enttäuschungen bevor. Nichts davon ahnte er als viertes und jüngstes Kind wohlhabender Eltern. Seine glückliche, sorglose Kindheit durfte er in Westpreußen verbringen, in der vom Deutschen Orden 1232 gegründeten Stadt Kulm (Culm), die auf eine wechselvolle, von Deutschen und Polen geprägte Geschichte zurückblicken kann.

Nach neunzehn von Frieden und Glück bestimmten Jahren sollten im Leben Schumachers Ereignisse und Erfahrungen folgen, die an Tragik und Dynamik nicht zu übertreffen waren. Sein erster Schicksalsschlag erwartete ihn am Anfang des Ersten Weltkrieges. Als Kriegsfreiwilliger wurde er bereits im Dezember 1914 so schwer verwundet, dass nach der Amputation des rechten Armes der Krieg für ihn beendet war. Ein Krieg, der auch noch schlimme Folgen für seine westpreußische Heimat mit sich brachte. Die zum Deutschen Reich gehörende Provinz Westpreußen wurde infolge des Versailler Vertrages viergeteilt. Seine Geburtsstadt Kulm befand sich nunmehr im sogenannten »polnischen Korridor« zur Ostsee, die Hauptstadt Westpreußens wurde zur »Freien Stadt Danzig« und dem Völkerbund unterstellt. Seine Eltern und zahlreiche Landsleute mussten, um deutsche Staatsbürger zu bleiben, ihre Heimat verlassen.

Auch im Leben Schumachers begann ein ganz neues, ereignisreiches Kapitel. Sein Weg zum Politiker, Landtags- und Reichstagsabgeordneten, politisch Verfolgten und Parteivorsitzenden der SPD nahm seinen Lauf.

 

 

Kurt Schumacher und seine Mitarbeiter, 1946

 

 

Wahlplakat der SPD zur Bundestagswahl 1949

 

Gut vorbereitet als promovierter Rechtswissenschaftler, begann Schumacher in Stuttgart mit 25 Jahren seine politische Karriere als Redakteur der »Schwäbischen Tagwacht«, dem Zentralorgan der württembergischen SPD, und vier Jahre später als Landtagsabgeordneter. 1930, mit 35 Jahren, wurde der hochbegabte Politiker Reichstagsabgeordneter. Für einen neu gewählten Politiker eine kaum schlimmer vorstellbare Zeit. Radikale Parteien, vornehmlich die Nationalsozialisten, gewannen an Bedeutung und Stimmen vor allem infolge der Weltwirtschaftskrise. Schumacher war sich der Gefahr der radikalen Parteien jeglicher Färbung Zeit seines Lebens bewusst und trat ihnen stets entschieden entgegen. Seine Ablehnung und offene Kritik des Nationalsozialismus brachten ihm zehn Jahre Verfolgung, Haft in Konzentrationslagern sowie gesundheitliche Schäden, an denen er bis an sein Lebensende zu leiden hatte. Das Kriegsende und den Einmarsch der amerikanischen Truppen erlebte er im April 1945 in Hannover. Gesundheitlich schwer angeschlagen tat er aber ungebrochen Bewundernswertes: Noch bevor die Siegermächte die Gründung der politischen Parteien zuließen, begann Schumacher mit der Neuorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Welche Anerkennung und Hochachtung er genoss, beweist seine Wahl zum Vorsitzenden der SPD in den drei westlichen Besatzungszonen – der späteren Bundesrepublik Deutschland – im Mai 1946. Auf Schumacher entfielen 244 von 245 gültigen Stimmen! Diesem überwältigenden Ergebnis folgte nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland die Wahl zum Bundestagsabgeordneten und zum Fraktionsvorsitzenden (Oppositionsführer). Trotz schwerster Behinderung nach dem Verlust des rechten Armes 1914 und der Amputation des linken Beines 1948 behielt Schumacher alle drei Funktionen bis zum Tode am 20. August 1952. Dieser hochgeachteten Persönlichkeit eine Wanderausstellung, begleitet von einem zweisprachigen Katalog, widmen zu dürfen, ist eine Herausforderung und zugleich eine Ehre für das Westpreußische Landesmuseum. Kurt Schumacher kann uns hier als ein unangefochtenes Vorbild – als ein Politiker und Mensch, Patriot und Demokrat, Europäer und Deutscher, Befürworter der Einheit Deutschlands sowie Gegner jeglicher Form des Totalitarismus – dienen.

 

Eröffnung der Ausstellung am 14.Oktober 2005

 

 

Das Buch zur Ausstellung: Kurt Schumacher Kulm/Westpreußen 1895 – 1952 Bonn Deutscher und Europäer 108 Seiten, farbig, € 2,50

 
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