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91792 Ellingen/Bay.

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Veranstaltungen

Der Fotograf ist da!
Ostpreußen auf alten Aufnahmen des Denkmalamtes Königsberg
vom 13.05.2006 bis 16.07.2006
Beschreibung:
Der Fotograf ist da!

ELLINGEN (mef) – Bilder des alltäglichen Lebens in Ostpreußen zwischen 1900 und dem Beginn des 2. Weltkrieges zeigt die derzeitige Sonderschau »Der Fotograf ist da!« im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen. Mehr als 6000 historische Bilder haben die Wirren nach Kriegsende überstanden.

Als eine »verlorene Welt« bezeichnete Jan Przypkowski M. A. vom Instytut Sztuki Polskiej Akademii Nauk (Kunstinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften) in Warschau die historischen Fotografien, die nun in einer Sonderschau des Kulturzentrums Ostpreußen in Ellingen dem Publikum gezeigt werden. Die Idee dieser Ausstellung mit Personenaufnahmen des Alltags entstand bei der Aufbereitung der Bestände im genannten Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam.

---Dass auf den Bildern des auf einen damaligen Landtagsbeschluss hin 1890 gegründete Provinzialdenkmalsamtes Königsberg überhaupt zeitgenössische Personen zu sehen sind, ist mehr Zufall. Die Fotografen hatten nach Aussage von Przypkowski die Aufgabe, Bau- und Kunstdenkmäler abzulichten und zu katalogisieren. Bewusst aufgenommene Personen auf diesen Bildern waren lediglich Passanten, die zur Darstellung der Größenverhältnisse der Objekte mit auf dem Bild festgehalten wurden. Der auf sein Objekt konzentrierte Fotograf bemerkte oft nicht, dass heute »idyllische Szenen« ganz nebenbei auf seinen Bildern auftauchten. In den Jahren 1890 bis 1896 entstand unter dem damaligen Leiter des Instituts Adolf Boetticher aus den Fotografien ein neunbändiges Katalogwerk »Die Bau- und Kunstdenkmäler Ostpreußens«. 1901 verfolgte das Amt die Restaurierung des Königsberger Domes fotografisch und richtete 1903 ein Archiv ein, in dem die Fotoplatten gesammelt wurden. Zwischen 1907 und 1913 erfolgte eine Dokumentation des Städtebaus, wobei seltene Bilder aus Dörfern und Vorstädten entstanden. Die Auftraggeber und die Fotografen sind heute unbekannt. Nach dem 1. Weltkrieg waren zerstörte Objekte die Motive der Lichtbildner.

 

 

Jan Przypkowski aus Warschau (rechts im Bild) konnte bei der Vernissage sein Projekt detailliert vorstellen

 

 

Dokumente zum Thema Alltagsleben in Ostpreußen ergänzen die Ausstellung.

Hier: (u.a.) Exponate zur Postgeschichte

 

Im Jahre 1925 konnte das Denkmalamt Diensträume im Königsberger Schloss beziehen. Ab diesem Zeitraum erschien ein jährlicher Bericht über die Arbeit der Fotografen. Zusätzlich war nun auch Raum vorhanden, um Mappen mit Daten über die Ortschaften und Denkmäler anzulegen und Negative aus anderen Sammlungen wie die rund 3000 zwischen 1904 und 1909 für das Buch »Bildhauerkunst in Ostpreußen« unter Dr. Anton Ulbrich aufgenommenen Bilder zu archivieren. Um 1936 war die Blütezeit des bis 1944 existierenden Amtes, da vom Staat ausreichend Geldmittel für die Arbeit der Behörde bereit standen.

--- Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man Reste der zur Evakuierung vorbereiteten Bestände des Denkmalamtes in einem Güterwagen auf einem Abstellgleis in Thorn. Die Negative und Fotoplatten wurden nach Warschau, die Akten dagegen in ein Archiv nach Allenstein gebracht.

--- Rund 6500 Glasplatten, darunter auch Bilder aus anderen Sammlungen, die Fabriken und Dorfansichten sowie die Entstehung des Freilichtmuseums Königsberg zwischen 1911 und 1913 enthielten, wurden jetzt im Institut für Kunstforschung nach modernsten Methoden digitalisiert und durch vorsichtige Nachbearbeitung in Teilstücken restauriert. Die gute Qualität erlaubte, Detailvergrößerungen von den abgelichteten Personen zu erstellen und damit ein hervorragendes Alltagsbild der Bevölkerung gegenüber den damals üblichen Atelierfotos aufzuzeigen, erklärte der Historiker Jan Przypkowski. Immerhin war das Erscheinen des Fotografen mit dem großen Apparat und dem Stativ in der damaligen Zeit in den kleinen Orten eine Sensation, so dass die anwesenden Personen ihre Beschäftigung unterbrachen und »Pose einnahmen«, um auf dem Bild verewigt zu werden.

--- In der Ausstellung sind neben klassisch gestellten Aufnahmen wie die der gesamten Mannschaft des Bahnhofes Wehlau, die sich um eine Lokomotive gruppiert hat, auch Detailvergrößerungen aus dem Hintergrund zu sehen – hier seien als Beispiele Fischerfrauen aus Pillkoppen, Fuhrwerksszenen aus Königsberg, Reifenmädchen auf dem Markplatz in Mohrungen oder das Personal vor dem Kurhaus in Neukuhren genannt.

--- Zu Beginn der Ausstellungseröffnung hatte der Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, Wolfgang Freyberg, die Gäste, darunter die Vertreter der Landsmannschaften, begrüßt. Freyberg bezeichnete die neue Sonderschau mit historischen Fotografien als einen kontrastreichen Bogen zur letzten Ausstellung, in der moderne russische Kunst gezeigt wurde.

--- Zur Ausstellung ist mit Unterstützung der ZEIT-Stiftung ein zweisprachiger Katalog erschienen, der in einleitenden Texten den kulturellen Hintergrund der Bilder sowie die Geschichte der fotografischen Sammlungen darstellt. Ferner gibt es vom Instytut Sztuki PAN eine Foto-CD mit über 7000 Bildern und einer Datenbank, mit der die in Warschau und Allenstein aufbewahrten Informationen wieder zusammengeführt werden.

 

Die Ausstellung »Der Fotograf ist da!« ist bis zum 16. Juli im Kulturzentrum Ostpreußen im Deutschordensschloss Ellingen täglich außer Montag von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

 

 

Die Publikation zur Ausstellung, der zweisprachige Katalog: Fotograf przyjechal! / Der Fotograf ist da! Herausgegeben vom Instytut Sztuki PAN, Warschau Duoton, 173 Seiten, € 19,80

 

 

CD-ROM Ostpreußen – Dokumentation einer historischen Provinz

Die photographische Sammlung des Provinzialamtes in Königsberg

Aus dem Inhalt (u.a.):

7841 Archivfotos Ostpreußens aus den Jahren 1864–1943

51 Aquarelle von August Olbers mit genauen Dokumentation der gothischen Fresken im Königsberger Dom

Datenbank für 7893 Illustrationen und mehr als 3870 Kunstwerke

Archivinventar des Bestandes des Provinzialkonservators der Kunstdenkmäler und der Geschichte der Provinz Ostpreußen aus dem Staatsarchiv in Allenstein

Herausgegeben vom Instytut Sztuki PAN, Warschau € 12,00

 
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