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Veranstaltungen

Fragmente der Vergangenheit.
Das Marienburger Schlossmuseum zu Gast in Franken
vom 22.07.2006 bis 22.10.2006
Beschreibung:
Fragmente der Vergangenheit.

Weißenburger Tagblatt vom 3. August 2006

 

Sonderausstellung im Kulturzentrum Ostpreußen »Das schönste Schloss der Welt« Kunstwerke aus dem Marienburger Museum sind in Ellingen zu sehen – »Fragmente der Vergangenheit«

 

ELLINGEN (mef) - »Fragmente der Vergangenheit« ist der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Kulturzentrum Ostpreußen im Ellinger Schloss zu sehen ist. Gezeigt werden aus dem Marienburger Schlossmuseum Kunstwerke von unschätzbarem Wert aus der wechselvollen Geschichte Preußens.

---Bei der Ausstellungseröffnung im Zuge der »1. Ellinger Trakehner-Tage« ging Wolfgang Freyberg, Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, auf den 22. September 1981 ein, an dem diese Einrichtung in Ellingen eröffnet wurde. Zum 25. Jahrestag, der nicht besonders gefeiert wird, habe man mit der Ausstellung »Das Marienburger Schlossmuseum zu Gast in Franken« eine hochwertige Sonderschau in die Deutschordensstadt geholt.

---Freyberg begrüßte besonders Dr. Lothar Hyss, den Leiter des Westpreußischen Landesmuseums in Münster Wolbeck, in dessen Haus die Kunstwerke im Rahmen des deutsch-polnischen Jahres zuvor ausgestellt waren. Magister Mariusz Mierzwiaski, Direktor des Schlossmuseums Marienburg, stellte in Ellingen die Auswahl der Kunstwerke vor und bezeichnete die in der Liste des Weltkulturerbes der Unesco eingetragene Marienburg als »das schönste Schloss der Welt«.

---Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Alexander Kusswetter ging auf die Unterstützung dieses grenz überschreitenden Projekts durch die Regionalpartnerschaft des Bezirkes Mittelfranken mit der Woiwodschaft Pommern ein.

---Im Zuge seiner Ostexpansion sicherte der Deutsche Orden die eroberten Gebiete durch den Bau von Burgen. So entstand in der Zeit zwischen 1270 bis 1300 am Ufer des Nogat, eines Mündungsarms der Weichsel, die Marienburg, vom Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Marien erbaut und nach ihnen benannt. Die politische Lage veranlasste 1271 den Deutschen Orden, seinen Hauptsitz von Venedig auf die Marienburg zu verlegen. 1410, nach der verlorenen Schlacht bei Tannenberg, konnte die Burg noch erfolgreich verteidigt werden, aber 1455 wurde sie wegen Geldschwierigkeiten an die Söldner verpfändet. Diese verkauften sie dann direkt an den polnischen König. Während des Dreißigjährigen Krieges 1626 und 1629 sowie im Schwedisch-Polnischen Krieg von 1656 bis 1660 wurde die Burg von den Schweden besetzt. Ab 1773 gehörte sie zur Provinz Westpreußen des Königreiches Preußen. Durch die Nutzung wurden viele Elemente der mittelalterlichen Architektur zerstört, und es gab für das Hochschloss sogar Abrisspläne.

 

 

Sehenswerte Exponate: Im Kulturzentrum Ostpreußen werden derzeit Kunstwerke aus dem Marienburger Schlossmuseum ausgestellt

 

---1804 verbot König Friedrich Wilhelm III. die geplanten Abrissarbeiten. Ab 1817 fanden Restaurierungsmaßnahmen statt. Im Deutschen Kaiserreich spielte die Burg unter der Regierung von Kaiser Wilhelm II. eine wichtige Rolle für die nationale Identität, die sich in die Zeit des Nationalsozialismus fortsetzte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das mächtige Bauwerk zu 60 Prozent zerstört. Vom polnischen Staat wurde es wieder aufgebaut.

---Seit einigen Jahren ist auch die Marienkirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese wurde nicht renoviert, sondern bisher nur gegen Einsturz gesichert. Das Ausmaß der Zerstörung wird so auf eindringliche Weise dokumentiert.

---Nahezu 200 Exponate zeugen in der Ausstellung von der Zeit des Deutschen Ordens, des Königlichen und des Herzoglichen Preußens, von Westpreußen, der Zwischenkriegszeit und auch von der Zeit nach 1945. Silber- und Goldschmiedearbeiten, Bernsteinkunst aus fünf Jahrhunderten, Gemälde und Grafiken, sakrale Plastiken und Medaillen lassen in den drei Ausstellungsräumen in Ellingen die Geschichte lebendig werden. Unter den Schaustücken besonders erwähnenswert sind ein Danziger Kabinettschrank aus Bernstein aus dem Jahr 1771, das Gemälde »Die Schlacht bei Tannenberg« des berühmten polnischen Malers Jan Matejko aus dem Jahr 1872, das Bildnis von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg zu Pferde, das der deutsche Maler Alfred Tschautsch 1874 geschaffen hat, sowie weitere Bilder mit Ansichten der Marienburg aus verschiedenen Zeitepochen.

---Archäologische Funde, Bernstein, sakrale Kunstwerke, Keramik, Goldschmiedewerke, Waffen sowie die Dokumentation zur Wiederherstellung der Marienburg runden die Ausstellung ab. Als größtes Kunstwerk wurde im Eingangsbereich des Kulturzentrums Ostpreußen eine Apostelfigur mit Sockel und Baldachin aus der Schlosskirche St. Marien platziert.

 

Eröffnung der Ausstellung in Bildern

 

 

Ausstellungskatalog: Fragmente der Vergangenheit. Das Marienburger Schlossmuseum zu Gast in Westfalen und Franken Herausgegeber: Westpreußisches Landesmuseum Münster Farbig, 60 Seiten, Preis € 5,00

 
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