Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Historische Kalenderblätter

König Friedrich I. - 360. Geburtstag

 

 

 

Juli 2017



*11. Juli 1657 in Königsberg; 25. Februar 1713 in Berlin

 

 

Der vor 360 Jahren in Königsberg geborene Hohenzoller Friedrich stand in der Geschichtsschreibung lange im Schatten seines Vorgängers, des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, und seiner Nachfolger, den Königen Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. Heute wissen wir, dass der vielfach verkannte erste König »in« Preußen in vielerlei Hinsicht die Weichen für die weitere Entwicklung Preußens zu Beginn des 18. Jahrhunderts stellte. Aus Anlass seines 360. Geburtstages blickt das Kulturzentrum Ostpreußen zurück auf die wichtigsten Lebensstationen des Monarchen.

 

Als zweiter Sohn des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dessen Gemahlin Luise Henriette von Oranien wurde Friedrich am 11. Juli 1657 in Königsberg geboren. Im Säuglingsalter erlitt der im Vergleich zu seinem kräftigen älteren Bruder Karl Emil schmächtige Junge bleibende Verletzungen an der Schulter, als ihn seine Hebamme unglücklich fallengelassen hatte. Die daraus resultierenden Knochenschäden sollten den »schiefen Fritz«, wie ihn die Berliner Bevölkerung fortan nannte, zeitlebens stark einschränken. Unter der Leitung des Ersten Ministers des Kurfürstentums Brandenburg Otto von Schwerin und des brandenburgischen Reichsfreiherrn Eberhard von Danckelman erhielt Friedrich frühzeitig eine umfassende Ausbildung in den Bereichen Staatswesens, Kunst und Wissenschaft. Nach dem Tod der Mutter am 7. Dezember 1667 heiratete sein Vater die Urenkelin des dänischen Königs Christian III. Dorothea Sophie von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Diese schenkte Friedrich jedoch nicht die nötige Aufmerksamkeit, die ein Kind mit körperlichen Einschränkungen erhalten sollte. Als Rittmeister einer Pferde-Einheit wurde Friedrich nach dem Tod des Thronfolgers Karl Emil (1674) schließlich neuer Kurprinz. 1679 heiratete er die hessische Prinzessin Elisabeth Henriette (1679), die er seit frühester Kindheit kannte und sehr schätzte. Die Eheschließung erfolgte aus persönlicher Zuneigung und wurde nicht aus dynastischen Zwängen geschlossen, was damals sehr selten war. Elisabeth Henriette verstarb nach nur wenigen Ehejahren am 7. Juli 1683 an den Pocken, die sie sich während ihrer damaligen Schwangerschaft zugezogen hatte. Da aus der ersten Verbindung keine Söhne hervorgegangen waren, heiratete Friedrich bereits ein Jahr später die Welfenprinzessin Sophie Charlotte von Hannover, welche die Künste und Wissenschaften schätzte und äußerst gebildet war. Nach dem Tod des Großen Kurfürsten am 9. Mai 1688 erfolgte nach längeren Erbstreitigkeiten zwischen den Nachkommen am 24. Mai 1690 die Inthronisierung Friedrichs als Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg. Die Huldigung der Stände erfolgte am 24. Mai 1690 im Königsberger Schloss. Der neue Kurfürst verteilte die Regierungsgeschäfte unter seinen Beamten und führte die weitreichenden Reformen seines Vaters fort. Tausende von Holländern, Hugenotten und anderen Glaubensflüchtlingen holte er in das durch Kriege und Epidemien geschwächte, bevölkerungsarme Land. Ab 1696 verfolgte Friedrich immer entschiedener die Umwandlung Brandenburg-Preußens in ein Königreich, welches sein persönliches Ansehen steigern und die Vereinheitlichung des zerstückelten Territoriums voranbringen sollte. Ein Vorhaben, das beim Kaiser und Papst zunächst auf Ablehnung stieß. Erst unter Kaiser Leopold I., der im Jahr 1700 zum neuen deutschen Kaiser gewählt wurde, verbesserten sich die Chancen auf eine Rangerhöhung unter den Bedingungen, dass die Krönung außerhalb des Deutschen Reiches stattfinden und sich auf das Gebiet Preußen beschränken sollte. Darüber hinaus verpflichtete sich Friedrich, die Ansprüche des habsburgischen Kaisers auf die spanische Erbfolge zu unterstützen und 8 000 Soldaten dem Kaiser für den Pfälzischen Erbfolgekrieg bereitzustellen. Nachdem die Erlaubnis des Kaisers erteilt war, erfolgte am 18. Januar 1701 im Königsberger Schloss die Krönung Friedrichs zum König »in« Preußen. In der Schlosskirche, wo Friedrich wenige Wochen nach seiner Geburt am 29. Juli 1657 getauft wurden war, setzte sich der Monarch die Krone selbst auf sein Haupt. Die Regierungszeit des Monarchen zählt zu den glanzvollsten Epochen der brandenburgischen Kulturgeschichte, die durch Friedrichs ausgeprägten Hang zu Verschwendung und Prunksucht schwere finanzielle Verwerfungen zur Folge hatte. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau Sophie Charlotte (1705) heiratete Friedrich 1708 die mecklenburgische Prinzessin Sophie Luise. Friedrich selbst verstarb am 25. Februar 1713 in Berlin an Lungenversagen. Seinem Thronfolger, dem »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I., hinterließ er einen bankrotten Staat mit 20 Millionen Reichstalern Schulden. Später urteilte sein Enkel Friedrich II. über ihn: »Er war groß im Kleinen und klein im Großen. Sein Unglück wollte es, dass er seinen Platz zwischen einem Vater und einem Sohn fand, die ihn durch überlegene Begabung verdunkeln.«

 

Die historische Leistung Friedrichs I. wurde in der älteren Geschichtsschreibung wegen dessen verschwenderischer Hofhaltung kritisch interpretiert. Das negative Bild eines Monarchen, dessen Hofhaltung und Armee glanzvoller und größer sein sollte als die der anderen europäischen Mächte, wurde vor allem durch die Schriften seines Enkels Friedrichs II. bestimmt. Trotz aller Schwächen bewertet die neuere Geschichtsschreibung Friedrichs Verdienste heute positiver. Vor allem die Tatsache, dass es ihm gelang, Preußen aus dem Spanischen Erbfolgekrieg und dem Nordischen Krieg herauszuhalten, wird als richtungweisende Entscheidung für die weitere Entwicklung Preußens angesehen. Zudem kamen während seiner Regierungszeit bedeutende Wissenschaftler und Künstler nach Preußen, die das Land mit ihren Bauwerken und Kunstschätzen nachhaltig veränderten und den mittelalterlich geprägten Städten ihren barocken Glanz verliehen. Um 1701 beauftragte Friedrich seinen Hofbildhauer und -architekten Andreas Schlüter mit dem Entwurf des berühmten Bernsteinzimmers, das Zar Peter der Große 1716 als Geschenk erhielt. Für seine zweite Ehefrau Sophie Charlotte ließ Friedrich das Schloss Charlottenburg in Berlin errichten. Das Collegium Fridericianum in Königsberg erhielt nach der Inthronisierung des Monarchen 1701 seinen Namen.

 

 

 

Literatur

 

Barmeyer, Heide (Hg.): Die preußische Rangerhöhung und Königskrönung 1701 in deutscher und europäischer Sicht, Frankfurt/Main 2002

 

Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 7, Leipzig 1877, S. 627–635

 

Göse, Frank: Friedrich I. (1657–1713). Ein König in Preußen, Regensburg 2012

 

Oestreich, Gerhard: Friedrich I., in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd. 5, Berlin 1961, S. 536–540

 

Schmidtke, Martin: Königsberg in Preußen, Husum 1997

 


Autor: Marco Wachtel

Die Abbildungsrechte besitzt das Kulturzentrum Ostpreußen.

 

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