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Historische Kalenderblätter

Ludwig Passarge - 105. Todestag

 

 

 

 

August 2017



*6. August 1825 in Wolittnick/Kr. Heiligenbeil; † 11. August 1912 in Lindenfels/Odenwald

 

Ludwig Passarge wurde am 6. August 1825 als Kind des Gutsbesitzers Karl Passarge und dessen Ehefrau Dorothea in Wolittnick (Kr. Heiligenbeil) am Frischen Haff geboren. Da für ihn eine juristische Berufslaufbahn vorgesehen war, besuchte er nach seiner Schulzeit am Friedrichskollegium ab 1844 zunächst die Albertus-Universität in Königsberg und später die Universität in Heidelberg, wo er sein Studium der Rechtswissenschaft abschloss. In seine Heimat Ostpreußen kehrte er 1856 im Zuge der Ernennung zum Kreisrichter von Heiligenbeil zurück. Seine beruflichen Aussichten waren glänzend: 1872 wurde er Appellationsgerichtsrat in Insterburg und 1879 Oberlandesgerichtsrat in Königsberg. Neben seiner juristischen Tätigkeit erlangte er nicht zuletzt vor allem als Schriftsteller einen großen Bekanntheitsgrad. Bereits während seiner Studienzeit verfasste er sein erstes Buch mit dem Titel Aus dem Weichseldelta, das dem Leser die einzigartige Landschaft zwischen Danzig und Elbing näherbrachte. Passarges Stärke als Schriftsteller lag in der literarischen Umsetzung dessen, was er zuvor selbst erlebt und gesehen hatte. Eigene, authentische Erfahrungs- und Erlebnisberichte nahmen dabei immer eine wichtige Stellung ein. Ludwig Passarge bezweckte damit nicht zuletzt seine Heimat Ostpreußen als östlichste Provinz des 1871 proklamierten Deutschen Reiches der Welt etwas bekannter zu machen. 1878, ein Jahr vor seinem Umzug von Insterburg nach Königsberg, veröffentlichte er mit Aus baltischen Landen eine bemerkenswerte Abhandlung über die Kurische Nehrung und deren Bewohner. Seine Baltischen Novellen, die 1884 folgten, und seine Gedichte Aus fünfzig Jahren (1895) konnten danach nur in Teilen an die schriftstellerischen Meisterwerke aus der Anfangszeit anknüpfen. Häufig blieben sie weit hinter seinen Ansprüchen zurück, die er sich selbst setzte. Immer öfter reiste Passarge nun durch andere europäische Regionen und Länder, etwa nach Schweden, Portugal und Spanien, um weitere Erfahrungsberichte zu verfassen. 1903 erschien mit Ein ostpreußisches Jugendleben eines der bedeutendsten kulturhistorischen Werke Passarges. Wegen der hohen Nachfrage wurde das Buch 1907 erneut veröffentlicht. Trotz seiner großen Heimatverbundenheit blieb Ludwig Passarge stets ein Reisender, der seine Eindrücke in Büchern und Artikeln festhielt. Sich selbst bezeichnete er einmal als »rechten Vagabund«, der »ein beneidenswerthes und köstliches Leben« führe. Neben Ostpreußen und Skandinavien bereiste Passarge in den 1890er Jahren auch den Balkan, um Materialien für die ersten Baedeker Reiseführer zu sammeln. Bei seinen Aufenthalten in Skandinavien lernte er die Werke von Henrik Ibsen und Bjørnstjerne Bjørnson kennen, deren Abhandlungen er als Herausgeber ins Deutsche übersetzte. Passarge setzte bis ins hohe Alter seine Reisen fort. Am 11. August 1912 verstarb er während einer Reise in den Odenwald.

 

Ludwig Passarge war Vater von zwei Söhnen, die als Erwachsene ebenfalls zahlreiche Länder bereisten und ihre Eindrücke in schriftlicher Form verarbeiteten. Siegfried Passarge (1866 – 1958) war Mediziner und habilitierter Geograph, der im Zuge seiner Forschungen die Landschaftskunde als Teilgebiet der Geographie begründete. Die Arbeiten des Vaters waren maßgeblich entscheidend für den weiteren Lebensweg beider Söhne. Rudolf Borchardt, der wie Siegfried Passarge in Königsberg zur Welt kam, würdigte Ludwig Passarges schriftstellerische Leistungen posthum, indem er die Beschreibungen der markanten Sanddünen der Kurischen Nehrung in seinem 1927 erschienen Sammelband Der Deutsche in der Landschaft aufnahm. Nicht vergessen werden darf darüber hinaus Passarges Anteil bei der Vermittlung der skandinavischen Literatur innerhalb des deutschsprachigen Raumes. Die Rezeption dieser Werke hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Theaters. Eine bleibende Leistung Passarges war auch die Neuübersetzung des Gesamtwerks des preußisch-litauischen Pfarrers Christian Donalitius, das 1894 in Halle erschien und neben Tierfabeln auch die Versdichtung Die Jahreszeiten und Fritzens Erzählung von einer littauischen Hochzeit enthielt. Johannes Bobrowski legte seinem Roman Litauische Claviere (1966) diese Übersetzung von Ludwig Passarge zugrunde. Paul Fechter schrieb einst über Passarge, »dass er zuletzt wohl Ostpreuße war. Ein Mann, der dem Land zwischen Weichsel und Memel zutiefst verbunden war […]«. Zeitlebens stand er in engem Kontakt mit Ernst Wichert.

 

 

Werke

 

Die Kurische Nehrung

Aus dem Weichseldelta

Die Marienburg

Strandbriefe

Aus den Baltischen Landen

Ein ostpreußisches Jugendleben

Drei Sommer in Norwegen

 

 

Literatur

 

Wolfgang Freyberg: Siegfried Passarge, in: Ostdeutsche Gedenktage 2008. Persönlichkeiten und Historische Gedenktage, Bonn 2008, S. 135ff

 

Maximilian Rankl: Passarge Ludwig, in: Ostdeutsche Gedenktage 2000. Persönlichkeiten und Historische Gedenktage, Bonn 1999, S. 168ff

 

Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 5., Leipzig 1913, S. 231f

 

 

Links

 

Ludwig Passarge und die Weichselbrücke von Dirschau

(Ermland-Masuren-Journal, [letzte Einsicht: 01.08.17])

 

Biografische Daten zu Ludwig Passarge

(Kulturportal West-Ost, [letzte Einsicht: 01.08.17])

 

Zum 100. Todestag von Ludwig Passarge

(Preußische Allgemeine Zeitung vom 18.08.12, [letzte Einsicht: 01.08.17])

 

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