Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Dezember 2017

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Historische Kalenderblätter

Gräfin Caroline von Keyserling – 290. Geburtstag

 

 

 

 

Dezember 2017



2. Dezember 1727 in Königsberg (Tag der Taufe); †24. August 1791 in Königsberg

 

Gräfin Caroline von Keyserling(k) war eine außergewöhnliche Frau, die über ein hohes Maß an Bildung und Wissen verfügte. Eng verbunden blieb sie nahezu ihr gesamtes Leben ihrer Heimatstadt Königsberg, wo sie aufgrund ihrer adeligen Herkunft, ihrer Schönheit und ihres Intellekts eine besondere Stellung einnahm. Kein Geringerer als Immanuel Kant bezeichnete sie einst als »Zierde ihres Geschlechts«. Ab 1755 unterhielt die Gräfin zusammen mit ihrem Mann, Graf Gebhardt Johann von Keyserling, auf dem Vorderroßgarten in Königsberg den berühmten Musenhof der Keyserlings. Anlässlich ihres runden Geburtstags erinnert das Kulturzentrum Ostpreußen mit dem Kalenderblatt Dezember an das Leben dieser beeindruckenden Dame, die eine Reihe von gesellschaftlichen Kontakten nicht nur zum Königsberger Adel, sondern auch zum aufgeklärten Bürgertum um Immanuel Kant pflegte.

 

Gräfin Charlotte Caroline Amalie von Keyserling wurde am 2. Dezember 1727 als Tochter des Erbtruchseß Carl Ludwig zu Waldburg und dessen Ehefrau Gräfin Sophie Charlotte aus der Grafschaft Kleve in Königsberg geboren. Ihr Vater gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Generalmajor des diplomatischen Dienstes zum engsten Beraterkreis von König Friedrich Wilhelm I. Hierdurch erlangte die Familie großes Ansehen, was wiederrum Auswirkungen auf die Stellung der jungen Gräfin in der Öffentlichkeit und ihre Erziehung hatte. Carolines Großmutter (väterlicherseits) war die Gräfin Luise Katharina von Rautter, die sich für den Bau des berühmten »Friedrichsgraben« auszeichnete, der mit dem »großen« und »kleinen« Graben zwischen Pregel und Memel seit dem Ende des 17. Jahrhunderts die Deime mit der Gilge verbindet. Carolines weiterer Weg war indes wie das von so vielen Adelstöchtern frühzeitig vorbestimmt: Mit 17 Jahren heiratete sie am 29. April 1744 in der Burgkirche von Königsberg den Grafen Gebhardt Johann von Keyserlingk, der einige Güter in Kurland und Ostpreußen besaß. Die Söhne aus dieser Ehe waren die späteren Grafen Carl Philipp Anton (*1745) und Albrecht Johann Otto (*1747), die unter Aufsicht der Gelehrten Immanuel Kant und Johann Friedrich Reichardt eine umfassende Erziehung genossen. Kurz vor dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges (1756 – 63) entstand Carolines berühmtes Gemälde des jungen Kant, welches die Gräfin, bedingt durch die enge Freundschaft mit ihm, von sich aus angefertigt hatte. Die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges, den Preußen in einer Koalition mit Großbritannien und anderen Staaten gegen Frankreich und Rußland führte, beeinträchtigen auch den Alltag der Gräfin auf deren Familiensitz in Capustigall bei Königsberg. Regelmäßig besuchten hochrangige russische Offiziere, die seinerzeit in Teilen Ostpreußen kontrollierten, das Anwesen. Bereits vor den Kriegshandlungen bildeten der Graf und die Gräfin von Keyserling in Königsberg einen zentralen Punkt für die aristokratische und bürgerliche Gesellschaft der Stadt. In einem repräsentativen Barockpalais auf dem Vorderroßgarten entstand der angesehene Musenhof der Keyserlings, in den die Aristokratie und das Bürgertum geladen wurden. Hier verfasste die Gräfin Aufsätze und Übersetzungen berühmter Aufklärer in deutscher und französischer Sprache. Darüber hinaus pflegte sie das Lautenspiel, welches sie von Johann Friedrich Reichardt erlernt hatte. Als aufgeschlossene Künstlerin und Gesellschaftsdame ihrer Zeit war sie auch als Malerin und Zeichnerin hoch talentiert.

 

Noch während des Krieges starb Carolines Ehemann Graf Gebhard am 14. September 1761. Zwei Jahre nach dessen Beisetzung in der Kirche zu Lappienen heiratete sie 1763 den Reichsgrafen Heinrich Christian von Keyserling, einen Neffen ihres verstorbenen Mannes. Der durch Universitätsstudien und Reisen äußerst gebildete Graf wohnte ab 1769 zusammen mit Gräfin Caroline und ihren Kindern dauerhaft in Königsberg. Die Gräfin selbst erfuhr hier am 8. Juni 1786 von ihrer Aufnahme in die Ehrenmitgliedschaft der Königlich Preußischen Akademie der Künste und Wissenschaften in Berlin. Nur ein Jahr später, am 21. November 1787, verstarb ihr zweiter Ehemann. Gräfin Caroline erlag am 24. August 1791 in Königsberg einem Gallenleiden. Wie ihre beiden Ehemänner fand auch sie ihre letzte Ruhestätte in der Kirche von Lappienen.

 

 

Graf Heinrich von Keyserling



Der junge Immanuel Kant, gezeichnet von Gräfin Caroline von Keyserling

 

 

 

Literatur

 

Gerd Brausch: Charlotte Caroline Amalie Gräfin von Keyserling(k), in: Ostdeutsche Gedenktage, Bonn 1990, S. 134

 

Herbert Meinhard Mühlpfordt: Königsberger Leben im Rokoko. Bedeutende Zeitgenossen Kants. Schriften der Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 7, Siegen 1981

 

Manfred Schmidtke: Königsberg in Preußen. Personen und Ereignisse 1255 – 1945 im Bild, Husum 1997

 


Verfasser: Marco Wachtel M.A.

Abbildungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_von_Keyserling (Gemeinfrei)

Die Rechte zur Nutzung der Abbildungen im Zusammenhang mit dem Text obliegen dem Kulturzentrum Ostpreußen.

 

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