Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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(April–September)


10–12 und 13–16 Uhr
(Oktober–März)

Telefon 09141 86440
Telefax 09141 864414

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Neuigkeiten

SONDERAUSSTELLUNG

Wolfskinder - Verlassen zwischen

Ostpreußen und Litauen


21. April - 2. September 2018




1941 war Ostpreußen ein Aufmarschgebiet für den Angriff auf die Sowjetunion. Ende 1944 stand die Rote Armee ihrerseits an der ostpreußischen Grenze. Hunderttausende flohen, um befürchteter Rache und Vergeltung zu entgehen. Immer wieder gingen Kinder auf der Flucht verloren oder erlebten den Tod der eigenen Familie. In der nunmehr besetzten Provinz mussten andere ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Geschwister verhungerten, die Großeltern aus Schwäche starben oder die Mutter einer Epidemie erlag. Auf sich allein gestellt, versuchten diese Kinder in der freien Natur zu überleben. Gegen Hunger, Kälte und sowjetische Willkür führten sie einen Kampf um Leben und Tod. Einige fanden Unterschlupf jenseits der Memel bei litauischen Bauern, die sie heimlich aufnahmen und notdürftig versorgten. Im Gegenzug arbeiteten die Kinder auf den Höfen. Eine Schulbildung blieb den meisten verwehrt, ein Großteil kann bis heute weder lesen noch schreiben. In der Regel erhielten die Kinder eine neue Identität und litauische Namen, um ihr Herkunft zu verschleiern. So blieben sie Jahrzehnte hinter dem Eisernen Vorhang, ohne dass ihr Schicksal einer größeren Öffentlichkeit bekannt war. Seit dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre veränderte sich auch das Leben der jetzt so bezeichneten Wolfskinder.


Die Wanderausstellung "Wolfskinder - Verlassen zwischen Ostpreußen und Litauen" dokumentiert in nie zuvor gezeigten Bildern und Textzeugnissen den Weg der Wolfskinder bis heute. Die Ausstellung basiert auf einem Zeitzeugenprojekt der Fotografin Claudia Heinermann und der Journalistin Sonya Winterberg. Für diese einzigartige Dokumentation reisten sie über mehrere Jahre nach Litauen, um die dort lebenden Wolfskinder zu besuchen. Mit ihnen sprachen sie über die Erlebnisse in der Kindheit, die Flucht und das Leben hinter dem Eisernen Vorhang - ohne Wurzeln und voll der Sehnsucht nach Familie und Verwandten. Ihre bewegenden Schicksale werden so dem Vergessen entrissen und öffnen sich zu einem vielschichtigen Panorama der Zeitgeschichte. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam und dem Ostpreußischen Landesmuseum, Lüneburg.

 

Die Sonderausstellung kann ab dem 21. April 2018 im 2. Obergeschoß des Kulturzentrums Ostpreußen im Deutschordensschloß Ellingen/Bay. besichtigt werden. Täglich, außer montags, von 10.00-12.00 Uhr und von 13.00-17.00 Uhr.



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