Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Historische Kalenderblätter

Johann Gottfried Herder - 270. Geburtstag

 

 

 

 

August 2014



Johann Gottfried Herder wurde am 25. August 1744 in der ostpreußischen Kreisstadt Mohrungen geboren. Die strenge elterliche Erziehung durch Mutter Anna Elisabeth und Vater Gottfried Herder, einem Kantor und streng pietistischen Pädagogen, prägte seine Kindheit sehr. Tugenden wie Fleiß, Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein wurden dem Jungen schon frühzeitig beigebracht. Seiner außerordentlichen Intelligenz war es zu verdanken, dass er die einfache Schule in Mohrungen bereits frühzeitig verlassen konnte, um nach Königsberg zu gehen. Obwohl Herder ursprünglich Medizin studieren wollte, begann er nach seiner Schulzeit ein Theologie- und Philosophiestudium an der altehrwürdigen Albertus-Universität. Hier lernte er unter anderem Immanuel Kant kennen, den er als großen ostpreußischen Theoretiker sehr schätzte. Im Geist der humanistischen Aufklärung, die Mitte des 18. Jahrhunderts in den Kreisen des intellektuellen Bürgertums immer stärker aufblühte, machte er rasch Bekanntschaft mit den freiheitlich-demokratischen Thesen Jacques Rousseaus. Auf Empfehlung seines Freundes, des Königsberger Philosophen Johann Georg Hamann, wurde Herder 1764 Kollaborator der Domschule in Riga. Abwerbungsversuche durch die St. Petersburger Petersschule entgegnete die Stadt Riga frühzeitig mit einer eigens für ihn geschaffenen Stelle in der städtischen Hauptkirche. Hier verfasste Herder die ersten Traktate seiner weltberühmten Abhandlungen. Mit der dreiteiligen Sammlung „Über die neuere deutsche Literatur. Fragmente“ (1766/67) erlangte der Philosoph einen herausragenden Ruf innerhalb des aufgeklärten Bürgertums. Weit mehr als bislang angenommen, inspirierten ihn die städtischen Freiheiten der alten Hansestadt Riga bei der Niederschrift seiner Aufsätze. In diesem Zusammenhang wurden nach 1764 mehrere Schriften veröffentlicht, die sich mit der kulturellen Entwicklung der Menschheit beschäftigten. Vor allem auf dem Land existierten zur damaligen Zeit große soziale Unterschiede. Herder erforschte diese und weitere Diskrepanzen, indem er die einfache Lebensweise der Letten und Esten untersuchte. Wie in den meisten ländlichen Gegenden bestimmte die Adelsherrschaft das klägliche Landleben, das in Widerspruch zu den liberalen Entwicklungen des städtischen Bürgertums stand. Reformen waren deshalb, laut Herder, dringend notwendig, um die sozialen Unterschiede zu beseitigen.

 

Eine längere Reise führte ihn 1769 nach Nantes, wo er ein Kompendium von Ideen zur Natur- und Völkergeschichte mit dem Titel „Journal der meiner Reise im Jahr 1769“ veröffentlichte. Zu den weiteren Aufenthalten zählten unter anderem Paris, wo er Diderot kennenlernte, und Hamburg. Hier machte er Bekanntschaft mit Gotthold Ephraim Lessing und Matthias Claudius, die ihn bei der Entstehung seiner weiteren Abhandlungen unterstützen. Von 1771 bis 1775 wirkte er als Hauptprediger und Superintendent von Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Die wohl fruchtbarste Zusammenarbeit entstand mit Johann Wolfgang Goethe, dem er 1770 in Straßburg begegnete. In ihrem gemeinsamen Bestreben, die freiheitliche Emanzipation des deutschen Bürgertums voranzutreiben, vereinbarten die beiden großen Denker, entsprechende Schriften zu verfassen, in denen programmatische Ansätze formuliert werden sollten. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die 1773 erschiene Artikelsammlung „Von deutscher Art und Kunst“. Im gleichen Jahr heiratete Herder in Darmstadt seine langjährige Geliebte Karoline Flachsland, eine Pfarrerstochter aus dem Elsaß. Auf Veranlassung Goethes wurde er 1776 schließlich nach Weimar berufen, wo er als Oberpfarrer der städtischen Kirche und Oberkonsistorialrat sowie als Kirchenrat, Generalsuperintendent und Hofprediger tätig war. In Weimar erlangte Herder den Höhepunkt seiner schriftstellerischen Laufbahn. Darüber hinaus wurde es seine neue Heimat, die er abgesehen von kleineren Aufenthalten in Italien (1788/89) nicht wieder verlassen sollte. Geschwächt durch eine Augen- und Lebererkrankung, die ihn in seiner Arbeit spürbar einschränkten, war das letzte Lebensjahrzehnt Johann Gottfried Herders geprägt durch einen stetig voranschreitenden geistigen Verfall. Die Zusammenarbeit mit Goethe brach ab. Andere Kontakte, wie zu Schiller, erwiesen sich ebenfalls als brüchig. Zu den auftauchenden Krankheiten mischten sich cholerische Wutausbrüche, die den Lebensabend von Herder trübten. Nach mehreren Kuraufenthalten in Aachen, Eger und Dresden kehrte er schließlich nach Weimar zurück, wo er am 18. Dezember 1803 verstarb.

 

Herder zählt zu den bedeutendsten deutschen Theologen und Kulturphilosophen des 18. Jahrhunderts. Seine Werke besitzen bis heute sowohl staatsrechtliche als auch theologische Geltung. Als Förderer der deutschen Sprache hatte er zudem einen großen Anteil am Wandel der deutschen Literatur. Zusammen mit Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller und Christoph Martin Wieland bildete er das berühmte Viergestein der Weimarer Klassik, das im Geiste der Aufklärung vor allem Werte der Menschlichkeit und Toleranz vertrat. Herders Lebensleistung bestand darin, auf unterschiedlichen Wissensgebieten breite Erkenntnisse erforscht zu haben. Sein Ziel war es, die Geschichte der menschlichen Kultur in Bezug auf deren Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen, um daraus Ableitungen für die Zukunft herzuleiten. In vielen Fällen gelang ihm das.

 

 

 

 

 

Johann Gottfried Herder

 

 

 

Werke


 

Fragmente über die neuere deutsche Literatur, 1766/67.


Kritische Wälder. Oder Betrachtungen, die Wissenschaft und Kunst des Schönen betreffend. 3 Bde, 1769.


Abhandlung über den Ursprung der Sprache, 1772.


Von deutscher Art und Kunst. Einige fliegende Blätter, 1773.


Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit, 1774.


Volkslieder nebst untermischten anderen Stücken, 1778/79.


Vom Geist der Ebräischen Poesie. Eine Anleitung für die Liebhaber derselben, und der ältesten Geschichte des menschlichen Geistes. Erster und Zweiter Theil, 1782-83.


Wie die Alten den Tod gebildet. Ein Nachtrag zu Leßings Abhandlung desselben Titels und Inhalts, 1786.


Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 1784-91.


Von der Gabe der Sprachen am ersten christlichen Pfingstfest, 1794.


Von der Auferstehung als Glauben, Geschichte und Lehre, 1794.


Christliche Schriften, 1796–99.

    

Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft, 1799.




Weblinks



Literatur von Herder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

 

Herder-Gedenkseite

 

Internationale Herder-Gesellschaft


Aufsatzsammlung zu Herder im Goethezeitportal


 

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