Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Historische Kalenderblätter

Max Braun - 125. Geburtstag

 

 

 

Oktober 2015



Wilhelm Max Braun (*25. Oktober 1890 in Schillgallen, Kr. Heydekrug;

6. November 1951 in Frankfurt am Main)

 

 

Wilhelm Max Braun wurde am 25. Oktober 1890 als jüngstes von sechs Kindern in der kleinen memelländischen Ortschaft Schillgallen (Landkreis Heydekrug) geboren. Nach dem Abschluss einer Lehre als Maschinenschlosser verließ er 1910 seine ostpreußische Heimat nach Berlin, wo er ein Jahr später bei der Allgemeinen-Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) eine Ausbildung zum Ingenieur für Maschinenbau und Elektrotechnik absolvierte. 1916 wurde Max Braun auf Antrag des Unternehmens vom Kriegsdienst freigestellt, was ihm im Gegensatz zu vielen anderen seiner Generation vermutlich das Leben rettete. 1921 erfolgte der Umzug nach Frankfurt am Main, wo er unter dem Namen Braun eine Werkstatt für Maschinenbau gründete und mit der Herstellung von Treibriemenverbindern erste beachtliche Erfolge erzielte. Darüber hinaus erkannte der ausgebildete Elektrotechniker das enorme Potenzial der in den Anfängen stehenden Rundfunkindustrie. Es gelang ihm, eine kostengünstige Alternative zu den bis dahin verwendeten Kristalldetektoren zu entwickeln, die für den Betrieb der Empfangsgeräte benötigt wurden. Zum Schutz der empfindlichen Rundfunkröhren entwickelte er spezielle Sockel, die dazu beitrugen, dass sich die Qualität des Empfangs deutlich verbesserte. Kostengünstig herstellen konnte Max Braun all dies, weil sein Unternehmen beinahe sämtliche Bauteile, die damals zu großen Teilen aus Kunststoff bestanden, selbst produzierte. Vor diesem Hintergrund entstand 1928 in der Idsteiner Straße eine Fabrik für 800 Mitarbeiter, die in ihrer architektonischen Gestaltung nach dem Vorbild der Frankfurter Avantgarde um Ernst May neue Maßstäbe setzte. Als einer der ersten schuf er mit der Vereinigung des Rundfunk- und Phonogerätes nicht nur den populären »Plattenspieler«, sondern auch das batteriebetriebene »Kofferradio«, das in großen Stückzahlen verkauft wurde. Zweigfirmen zur Förderung des Exportgeschäftes entstanden daraufhin unter anderem in Großbritannien (1930) und Frankreich (1931).

 

Max Braun entwickelte in dieser Zeit aber weit mehr als nur Rundfunkgeräte. Viele seiner Elektroartikel zielten darauf ab, die Kundschaft in ihrer Haushaltsarbeit zu entlasten. Die Firma Braun schuf innovative Artikel, die von Qualität zeugten und das Unternehmen am Vorabend des Zweiten Weltkrieges weltberühmt machten. Der deutsche Angriff auf Polen brachte schließlich im September 1939 die zivile Produktion des Unternehmens schrittweise zum Erliegen. Statt hochwertiger Empfangsgeräte für den Rundfunk musste das Unternehmen fortan spezielle Funk- und Minensuchgeräte für die Wehrmacht herstellen. Darüber hinaus entwickelte Max Braun spezielle Handdynamo-Taschenlampen (Manulux), aus denen später die ersten elektrisch betriebenen Trockenrasierer hervorgingen. Das in diesem Gerät verwendete flexible, sich auf Untermessern abstützende Scherblatt gilt heute noch als herausragende Erfindung. Nachdem die Frankfurter Werke im März 1944 von alliierten Bombern zerstört worden waren, begann Max Braun erst nach dem Krieg einen Teil der Fabriken unter erschwerten Bedingungen aufzubauen. Entscheidende Impulse für den raschen wirtschaftlichen Aufschwung lieferte die Einführung der D-Mark, die dem Unternehmer half, rasch erneute Gewinne zu erzielen. All dies trug dazu bei, dass 1948 wieder knapp 400 Personen im wiederaufgebauten Stammwerk und in einer zusätzlichen, noch größeren Fabrik in der Rüsselsheimer Straße beschäftigt werden konnten.

 

Nach dem überraschenden Tod von Max Braun am 6. November 1951 übernahmen seine beiden Söhne Artur und Erwin Braun die Geschäftsleitung. Gemeinsam schufen sie ein neues Konzept, das im Laufe der Jahre zu einer Vergrößerung des Unternehmens mit bis zu 3.000 Mitarbeitern führte. Das hohe Gewinnpotenzial erkannte auch die US-Konkurrenz von Gillette, welches das Unternehmen 1968 für rund 200 Millionen Mark erwarb. Die Verkaufszahlen blieben indes immer noch beachtlich, denn Produkte von Braun, wie der Rasierer, die Kaffeemaschine oder der Entsafter, gehörten in jeden deutschen Haushalt. Seit 2005 ist Braun Teil des US-Konzerns Procter & Gamble.

 

 

Weitere Informationen

 

www.kulturportal-west-ost.eu/biographien/braun-wilhelm-max-2

www.braun.com/de/home.html

www.hifimuseum.de/braun-kronberg.html

www.web.archive.org/web/20091003024240/http://www.vpitti.de/braun/braungeschichte.htm

 

 

 

 

Literatur

 

Klaus Bürger: Wilhelm Max Braun, in: Ostdeutsche Gedenktage 1990. Persönlichkeiten und historische Ereignisse, Bonn 1989.

 

Klaus Bürger: Wilhelm Max Braun, in: Altpreußische Biographie, Bd. IV, l, Marburg/Lahn 1984.

 

Claus C. Cobarg: Von der einfachen Werkstatt für Apparatebau zum Weltmarktführer, in: Zeitschrift des Förderkreises Industrie- und Technikgeschichte e.V. 2 (2006), S. 10ff.

 

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