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Historische Kalenderblätter

Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere - 220. Todestag

 

 

 

April 2016



Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere (*31. Januar 1741 in Gerdauen; †23. April 1796 in Königsberg)

 

Theodor Gottlieb von Hippel hat als Dichter, Philosoph und Staatsmann eine überaus große Rolle im geistigen und öffentlichen Leben seiner ostpreußischen Heimat gespielt. Obwohl ihn heute selbst in Literaturkreisen nur noch wenige kennen, gehörte er zu den wichtigsten Intellektuellen seiner Zeit. In Königsberg machte Hippel die Bekanntschaft mit Kant, Hamann und Scheffner, die allesamt zu seinen Freunden zählten. Herder, Kanter und Hartknoch bewunderten ihn ebenso wie E.T.A. Hoffmann und Friedrich der Große. Sie alle schätzten ihn als verantwortungsbewusste Persönlichkeit. Sein Einsatz für die Rechte der Frauen machte ihn, wenn man so will, zu einem Vorreiter der Frauenemanzipation im deutschen Sprachgebiet. Das Kulturzentrum Ostpreußen gedenkt des großen Staatsmannes anlässlich seines 220. Todestages.

 

Geboren wurde Theodor Gottlieb von Hippel am 31. Januar 1741 in der Kleinstadt Gerdauen, die im 18. Jahrhundert etwa eine Tagesreise von Königsberg entfernt lag. Beeinflusst durch die pietistische Glaubenszugehörigkeit seiner Eltern, erhielt Hippel bereits als Kind eine strenge Erziehung. Vor allem die pädagogischen Maßnahmen des Vaters, der als Landpastor und Dorfschullehrer tätig war, blieben dem Jungen in nachhaltiger Erinnerung. Im Alter von 15 Jahren verließ Hippel das Elternhaus in Richtung Königsberg, um an der altehrwürdigen Albertus-Universität Theologie zu studieren. Nach der Immatrikulation am 27. Juli 1756 belegte er unter anderem Kurse in hebräischer und griechischer Sprache. Durch die Teilnahme an verschiedenen Vorlesungen lernte er schließlich Immanuel Kant kennen, der ihn mit seinen staatsrechtlich-philosophischen Theorien stark beeinflusste. Schnell entwickelte sich aus dieser Bekanntschaft eine enge Freundschaft, die über viele Jahre bestehen blieb. Im Alter von 21 Jahren wurde Hippel 1762 in die berühmte Dreikronenloge aufgenommen, der große Teile der intellektuellen Königsberger Gesellschaft angehörten. In diese Zeit fiel auch seine erste Rußlandreise, der er einen großen Teil in seiner Biographie einräumte. Seine juristische Karriere als Hofgerichtsadvokat begann kurz darauf im Jahre 1764. Wenig später wurde er zum Assessor am Königsberger Hofgericht und zum Kommissar der Provinz Ostpreußen ernannt. Kein Geringerer als Friedrich der Große bestimmte ihn 1773 zum königlichen Kriminalrat. Als Direktor des Königsberger Kriminalgerichts wurde Hippel kurz darauf Mitglied des Stadtrats. Auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere bekleidete er 1780 gleichsam das Amt des Bürgermeisters und den Posten des Polizeidirektors von Königsberg. Fortan konzentrierte er sich auf eine Neuordnung des korrupten Verwaltungssystems und die Reorganisation des Armenwesens im Sinne der Aufklärung. In regelmäßigen Abständen nahm Theodor Gottlieb von Hippel an den Tafelrunden seines Freundes Immanuel Kant teil, bei denen er einen Ehrenplatz einnahm. Als königlich-preußischer Beamter verfasste er beinahe beiläufig, ohne viele Worte darüber zu verlieren, eine Reihe von wegweisenden Schriften, die sich unter anderem mit der Gleichstellung der Frauen auseinandersetzten. Hippel unterhielt in dieser Zeit abwechselnd eine Reihe von Bekanntschaften mit zahlreichen Frauen, die er sehr verehrte, obwohl er nie verheiratet war. 1786 wurde er von König Friedrich Wilhelm II. zum Staatspräsident und Geheimen Kriegsrat ernannt. Die Wiederherstellung des alten Familienadels mit der Erhebung in den Reichsadelsstand erfolgte im November 1790. Kurz nachdem er im Jahr 1794 mit der Einführung der preußischen Verwaltung in Danzig beauftragt wurde, verstarb Hippel am 23. April 1796 im Alter von 55 Jahren in Königsberg. Sein Neffe Theodor Gottlieb von Hippel der Jüngere übernahm als Alleinerbe den Nachlass des Onkels. 1835 veröffentlichte er schließlich dessen Schriften als Herausgeber.

 

Theodor Gottfried von Hippel der Ältere unterhielt bis zu seinem Tod ein überaus freundschaftliches Verhältnis zu Kant und zur Dreikronenloge. Obwohl er als Verfechter der Aufklärung die Werte der Aufständischen während der Französischen Revolution verteidigte, waren ihm die Auswüchse des Pariser Konvents und der »Terreur« zutiefst verhasst. Nach seinem Tod bemühten sich die Anhänger Hippels, allen voran eine einflussreiche Gruppe um den Philosophen Jean Paul, das Ansehen des Verstorbenen zu ehren. Hippel selbst wurde für seine scharfe Intelligenz, sein großes Wissen und seine eiserne Willenskraft von vielen Zeitgenossen geschätzt. Obwohl die Erinnerung an diese bemerkenswerte Persönlichkeit zunehmend verblasst, kann man nur wünschen, dass seine wegweisenden Arbeiten niemals in Vergessenheit geraten.

 

 

 

Theodor Gottlieb von Hippel

 

 

 

Das Adelswappen der Familie von Hippel

 

 

 

Immanuel Kant (sitzend 2. v. links) und seine Tischgesellschaft, 4. v. rechts: Hippel




Theodor Gottlieb von Hippel

 

 

 

 

 

 

Werke (Auswahl)

 

Lebensläufe nach Aufsteigender Linie nebst Beylagen, Berlin 1778-81.

Meines Lebenslaufs Erster Theil, Berlin 1778.

Meines Lebenslaufs Zweiter Theil. Beylage A, und Beylage B, Berlin 1779.

Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Erster Band, Berlin 1781.

Meines Lebenslaufs Dritter Theil. Zweyter Band. Beylage C, Berlin 1781.

Kreuz- und Querzüge des Ritters A bis Z. 3 Bd., Leipzig 1760.

Der Mann nach der Uhr (Lustspiel), 1766.

Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, Berlin 1792.

Über die Ehe (beginnend 1774, endend mit der 4. Aufl. von 1793).

Sämtliche Werke, 14 Bände, 1828-38.

 

 

 

Neuere Werkausgaben


Faust, Max (Hg.): Über die Ehe, Stuttgart 1972.

Ders.: Über die Ehe (Nachdruck der Ausgabe von 1796), Selb 1976.

Wuthenow, Ralph-Rainer (Hg.): Über die bürgerliche Verbesserung der Weiber, Frankfurt/Main 1977.

Über Gesetzgebung und Staatenwohl, Königstein/Taunus 1978.

Bruyn, Günter (Hg.): Über die Ehe, Berlin 1979.

Nachlass über weibliche Bildung (=Quellen und Schriften zur Geschichte der Frauenbildung, Bd. 21), Lage 1999.

 

 

 

Literatur (Auswahl)



Monographien


Beck, Hamilton: The Elusive "I" in the Novel. Hippel, Sterne, Diderot, Kant. New York 1987.

 

Berg, Urte v.: Theodor Gottlieb von Hippel. Stadtpräsident und Schriftsteller in Königsberg 1741–1796. Bd. 13, Göttingen 2004.

 

Faust, Max: Leben und Aufklärungen des Theodor Gottlieb von Hippel. In: Ders. (Hg.): Hippel, Theodor Gottlieb v. Über die Ehe, Stuttgart 1972, S. 99-106.

 

Kohnen, Joseph: Theodor Gottlieb von Hippel. Eine zentrale Persönlichkeit der Königsberger Geistesgeschichte: Biographie und Bibliographie, Lüneburg 1987.

 

Ders.: Ein Pionierdenkmal moderner Prosa. Theodor Gottlieb von Hippels „Vorbericht“ zum Buch Über die Ehe. In: Vernunft - Freiheit - Humanität. Über Johann Gottfried Herder und einige seiner Zeitgenossen. Festgabe für Günter Arnold zum 65. Geburtstag, Eutin 2008, S. 462-476.

 

Lindemann-Stark, Anke: Leben und Lebensläufe des Theodor Gottlieb von Hippel, St. Ingbert 2001.

 

 

 

Biografische Artikel


Bautz, Friedrich Wilhelm: Hippel, Theodor Gottlieb v. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Bd. 2, Hamm 1990, Sp. 887–888.

 

Ders.: Hippel, Theodor Gottlieb v. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), Bd. 5, München 2001, S. 59.

 

Brenning, Emil: Hippel, Theodor Gottlieb v. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Bd. 12, Leipzig 1880, S. 463–466.

 

Jäger, Hans-W.: Hippel, Theodor Gottlieb v. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd.9, Berlin 1972, S. 202f.

 

Kohnen, Joseph: Theodor Gottlieb von Hippel als Oberbürgermeister von Königsberg. In: 750 Jahre Königsberg. Beiträge zur Geschichte einer Residenzstadt auf Zeit (= Tagungsberichte der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung, Bd. 23), Marburg 2008, S. 186-202.

 

 

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