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Hermann Brachert, 1941

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Historische Kalenderblätter

Ferdinand Gregorovius - 200. Geburtstag

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Januar 2021

 

 

* 19.1.1821 Neidenburg, † 1.5.1891 München

 

Ferdinand Gregorovius war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Historiker und einer der „Großen Deutschen aus Ostpreußen“. Er wurde am 19. Januar 1821 als Sohn von Ferdinand Timotheus Gregorovius und Wilhelmine Charlotte Kausch in Neidenburg (Ostpr.) geboren, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Als er 10 Jahre alt war starb seine Mutter. 1832 zog zu seinem Onkel nach Gumbinnen, wo er das Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur (1838) studierte er Theologie und Philosophie an der Albertus-Universität in Königsberg. Nach dem bestandenen Theologie-Examen (1841) predigte er in den Kirchen von Rhein und Neidenburg, hielt sich aber für den Beruf ungeeignet und begann Philologie zu studieren. Nach der Promotion (Dr. phil., 1843) arbeitete er 2 Jahre als Hauslehrer in der Provinz, kehrte 1845 nach Königsberg zurück und arbeitete dort als Lehrer.
Damals begann er zu schreiben und veröffentlichte eine antijesuitische Satire »Konrad Siebenhorn’s Höllenbriefe an seine lieben Freunde in Deutschland« (1843). 1845 erschien sein einziger Roman »Werdomar und Wladislaw. Aus der Wüste der Romantik«, der die Geschichte von zwei Freunden, eines Preußen und eines Polen erzählt, die wegen ihrer fortschrittlichen Ideen verfolgt wurden. Während der Revolution 1848 war er Mitglied im »Provinzial-Komitee für volkstümliche Wahlen« und im »Demokratisch-Constitutionellen Club«. 1849 wurde er in Königsberg zum Abgeordneten im Provinzialkongress gewählt. Er war auch Redakteur der „Neuen Königsberger Zeitung“ und Mitarbeiter der »Hartungschen Zeitung«. In dieser Zeit hat er einige Werke herausgegeben, u.a.: »Die Ideen des Polenthum‘s«, »Goethe`s Wilhelm Meister in seinen socialistischen Elementen entwickelt«, »Die Geschichte des römischen Kaisers Hadrian und seiner Zeit« und »Der Tod des Tiberius«, wo er die politischen Zustände der Gegenwart auf die Zeiten dieses Kaisers übertrug. Die beiden letzten Arbeiten galten für ihn später als »der Wegweiser nach Rom«.
Im April 1852 verließ Gregorovius Königsberg und reiste nach Italien. Zum Verlassen der Heimat bewogen ihn: das Scheitern der Revolution, die geistige Krise und seine persönliche Perspektivlosigkeit: eine Habilitation an der Albertina war nach seinen früheren politischen Aktivitäten nicht möglich. Hinzu kam noch seine Faszination für italienische Renaissance-Literatur, insbesondere der von Dante, Ariosto, Tasso und Macchiavelli. Und so schien Italien Gregorovius »die Rettung aus persönlicher Not« zu sein.
Die Reise führte über Neidenburg, Wien, Triest, Venedig, Florenz und Livorno nach Korsika, wo er drei Monate lang wanderte, um sich psychisch zu stabilisieren. Nach einem Aufenthalt auf Elba, in Livorno und Siena erreichte er im Oktober 1852 Rom, wo er anfangs als Privatgelehrter lebte. Seine Erlebnisse aus Korsika verarbeitete Gregorovius in einer Reihe von Artikeln für die Augsburger »Allgemeine Zeitung« (Cotta-Verlag). Sein Reisebericht »Corsica« (1854, 2 Bd.) markierte den Beginn einer neuen literarischen Gattung – der historischen Landschaftsbeschreibung. Die journalistische Tätigkeit für den Cotta-Verlag brachte ihm die Anerkennung und auch gute Bezahlung.
1853 reiste Gregorovius nach Capua, Neapel, Pompei, Salerno, Amalfi und Capri, dann fuhr er nach Silzilien; besuchte Palermo, Catania, Syrakus, Taormina, Messina und bestieg den Ätna. Die Berichte von diesen Reisen hat er in der Augsburger »Allgemeinen Zeitung« veröffentlicht (später wurden sie in seinen »Wanderjahren in Italien« herausgegeben).
Rom war ihm damals zur Heimat geworden. Er hatte dort Freunde (Hermann Thile, Clemens Alertz, Eduard Mayer, Karl Lindenmann-Frommel, Malwida Meysenburg und Ersilia Caetani Lovatelli) und eine enge Freundschaft verband ihn mit der Ostpreußin Pauline Hillmann, die 1856 mit seiner Cousine Aurora nach Rom kam.

Seit 1860 wurde Gregorovius durch die preußische Regierung mit 400 Talern jährlich unterstützt, was ihn finanziell unabhängig machte. 1861 besuchte er Perugia und Florenz; im Jahr 1863 reiste er durch die Schweiz, Süddeutschland, Österreich und Oberitalien. 1864 fuhr er erneut nach Neapel – Sorrento und im 1865 reiste er über Florenz nach München. Auf der Rückreise besuchte er Innsbruck, Bozen, Bologna und Florenz. Von allen diesen Reisen schrieb er Berichte. Bereits 1854 entschied sich Gregorovius, ein Buch über mittelalterliche Geschichte Roms zu schreiben und arbeitete 18 Jahre lang an dem Werk. Die monumentale »Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter« (1872, 8 Bd.) gilt als Klassiker der Geschichtsschreibung. Ein weiteres Werk, die »Wanderjahre in Italien« (1877, 5 Bd.), gehört zu den ersten historischen Landschaftsbeschreibungen und hat jahrelang das Italienbild in den Köpfen vieler Reisenden geprägt. In dem Werk sind die italienischen Landschaften mit Bildern aus der Vergangenheit belebt; Gregorovius überträgt sein geschichtliches Wissen auf die Landschaftsobjekte und bildet somit eine neue, geistige Landschaft in Form der »historischen Landschaft«. Seine Beschreibungen und mitreißenden Darstellungen waren so anziehend, dass sie für viele Jahre zu Leitbildern Italiens wurden.
Nach Vollendung der »Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter« (1872) beschloss Gregorovius, nach Deutschland zurückzukehren. Zum Abschluss seiner Rom-Jahre hat er die Monographie »Lucrezia Borgia und ihre Zeit« (1874) veröffentlicht und zog nach München, wo er mit der Schwester und dem Bruder zusammenlebte. Gregorovius wählte München als Lebensort wegen der Bibliothek und der Nähe zu Italien (jedes Jahr kehrte er im Winter nach Rom zurück). Bereits 1875 wurde Gregorovius Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ein Jahr später Mitglied der Accademia del Lincei in Rom. Am 8. Mai 1876 verlieh ihm der Senat der Stadt Rom als erstem Deutschen das Ehrenbürgerrecht.
1880 unternahm er eine zweimonatige Reise nach Griechenland und schrieb in der Manier der „Wanderjahre“ die Schrift »Korfu. Eine ionische Idylle« (1882) und eine Skizze über die Landschaft Athens. 1882 folgte eine Reise in den Orient (Ägypten, Syrien, Türkei, Palästina). 1889 vollendete er die »Geschichte der Stadt Athen im Mittelalter« und schloss damit sein Lebenswerk ab. Am 28. Juni 1889 schrieb er sein Testament und verbrannte fast alle persönlichen Dokumente und Manuskripte. Gregorovius starb am 1. Mai 1891 in München im Alter von 70 Jahren an einer Hirnhautentzündung. Seine Urne wurde zuerst in der Schlosskapelle in Beichlingen und dann in Neidenburg beigesetzt.


 

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