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Historische Kalenderblätter

Arthur Degner - 130. Geburtstag

 

 

 

März 2018



*2. März 1888 in Gumbinnen; †7. März 1972 in Berlin



»Er beginnt da, wo andere das Ziel sahen. Sein Malen ist nicht nur intellektuell, sondern auch physiologisch bedingt. Die dynamische, formbildende Kraft der Natur wirkt in ihm wie in einer Pflanze. Jede Bewegung treibt Formen. Die Derbheit seines Empfindens erinnert an Corinth. Was die Neuen so vergeblich […] erstreben, höchste Knappheit bei stärkster dekorativer Wirksamkeit, erscheint hier wie der mühelose Pfad, der zu klaren Formen einer Vision führt.«

 

(Alfred Kerr in der Zeitschrift »Pan«, 1912)


 

Arthur Degner schuf in seinem Leben eine Fülle von bedeutenden Porträts und Zeichnungen, die ihn mit Lovis Corinth und Käthe Kollwitz zu einem der wichtigsten Künstler des Übergangs vom Spätimpressionismus zum Realismus machten. Die ausdrucksstarken Bilder verdeutlichen die Gefühle und Sehnsüchte des Künstlers vor der vielfältigen landschaftlichen Kulisse Ost- und Westpreußens. Ohne große Effekte zeichnen sich seine Kunstwerke nicht zuletzt durch klare Linien aus, die den Reiz der Landschaft und in gewisser Hinsicht das Wesen der ostpreußischen Bevölkerung stimmungsvoll wiedergeben. Das Kulturzentrum Ostpreußen erinnert an Arthur Degner anlässlich seines 130. Geburtstages.

 

Geboren am 2. März 1888 in Gumbinnen, verbrachte Arthur Degner die prägendste Zeit seine Kindheit in Tilsit. Seine Eltern waren Nachfahren von Salzburger Exulanten, die im 18. Jahrhundert ihre Heimat wegen ihres protestantischen Glaubens verlassen mussten. In Tilsit verbrachte Arthur Degner eine weitgehend unbeschwerte Kindheit. Er besuchte das städtische Realgymnasium und begann sich erst spät für die Kunst zu interessieren. Porträts des bedeutenden bayerischen Malers Franz von Lenbach öffneten ihm nach eigenen Angaben schließlich die Augen für die Kunst. 1906 nahm Degner ein Studium an der Königsberger Kunstakademie auf. Unter der Leitung von Otto Heichert und Ludwig Dettmann, seinen wohl wichtigsten Lehrern an der Königlichen Akademie, gelang ihm 1908 der Hochschulabschluss. Bekanntschaften machte er in dieser Zeit mit einer Reihe von zeitgenössischen Künstlern, darunter einigen französischen, die er 1909 während eines Aufenthalts an der École de Paris kennen lernte. 1911 wurde er Mitglied der Berliner Sezession und 1913 Vorstandsmitglied der sogenannten Freien Sezession. Max Liebermann und Lovis Corinth gehörten in dieser Zeit zu Degners wichtigsten Freunden und Förderern. Sie vermittelten seine Werke an bedeutende zeitgenössische Kunsthändler wie Paul Cassirer, der Degners Gemälde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorstellte. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Juli 1914 wurde Degner als Sanitäter in das Deutsche Heer eingezogen. Degner überlebte den Krieg und wurde 1919 als habilitierter Professor in den Vorstand der Berliner Sezession gewählt. Gleichzeitig übernahm er an der Staatlichen Kunstakademie in Königsberg bis 1925 die Leitung einer Malklasse. Degner profitierte wie andere auch von der ungeahnten Entfaltung der Künste, die in den 1920er Jahren - den sogenannten »Goldenen Zwanzigern« - in der deutschen Kulturlandschaft einsetzte. Zu keinem anderen Zeitpunkt wurden seine Zeichnungen in so vielen Ausstellungen präsentiert wie in den Jahren zwischen 1919 und 1929. Seine Porträts füllten verschiedene Galerien in Berlin, Dresden, Frankfurt/Main und anderen Metropolen. Renommierte Kunstmuseen in Mannheim, Stettin, Danzig und Königsberg erwarben darüber hinaus verschiedene Werke von ihm, die großes Interesse in der zeitgenössischen Kulturszene hervorriefen. Bereits seit 1919 beteiligte sich Degner an zahlreichen Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste, durch die etliche Kunsthändler auf ihn aufmerksam wurden. Ferdinand Möller etwa, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten und einflussreichsten Kunstkennern gehörte, konzipierte 1921 eigens eine Ausstellung mit Werken von Arthur Degner und anderen Künstlern aus Ost- und Westpreußen, die zur Steigerung des Bekanntheitsgrades beitrugen. Nach 1933 stuften die Nationalsozialisten Degners Arbeiten als »entartet« ein. Die Folge waren der Ausschluss aus der Reichskulturkammer (1939) sowie auferlegte Arbeits- und Ausstellungsverbote, die Degner aus allen Bereichen des Kulturlebens ausschlossen. Als Aushilfslehrer war er danach an der Kaiser-Wilhelm-Oberschule in Berlin (1940) und an der Hermann-Stehr-Aufbauschule im schlesischen Habelschwerdt (1944) tätig. In der kurzen Zeit, die er dort verbrachte, entstanden einige seiner bedeutendsten Werke, die vornehmlich die prägnanten Landschaftszüge des Eulengebirges abbildeten. Den Zusammenbruch des NS-Regimes und das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte Degner als Volkssturmmann und Schanzarbeiter. Auf mehreren Blättern hielt er die Bilder von der Flucht und Vertreibung für seinen nach dem Krieg erschienen Zyklus »Flüchtlinge« fest. Degner selbst wurde im November 1945 zum Professor an der Hochschule für Bildende Künste in (West-)Berlin ernannt, wo er noch mehrere Jahre lehrte und 1956 schließlich emeritiert wurde. Nach seinem Tod am 7. März 1972 fand er auf dem Heidefriedhof in Berlin seine letzte Ruhestätte.

 

Arthur Degner blieb bis zuletzt seiner Heimat Ostpreußen eng verbunden. 1960 schuf er ein Selbstbildnis mit dem Titel »Fünf ostpreußische Maler«, das ihn mit Franz Domscheit, Alfred Partikel, Waldemar Rösler und Theo von Brockhausen darstellt. Ihnen allen gemeinsam waren das persönliche Schicksal in Bezug auf Krieg und Terror und dem Verlust der Heimat. Degners Radierungen, Lithographien und Aquarelle bestechen durch verschiedene Merkmale des Spätimpressionismus und des Realismus, in denen die Landschaften mitunter wie flammende Feuer dargestellt sind und weite Horizonte den Raum unendlich wirken lassen. Mischtechniken und Öle verstärken diesen expressiven Malstil, mit dem Degner seine ostpreußische Heimat sehr genau widerspiegelt. 1969 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen und das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

 

 

 

 

Winter in Ostpreußen (30 x 45,5 cm, Öl/Sperrholz, um 1924/25)

Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg

 

 

 

Ostpreußische Landschaft (51 x 61,5 cm, Öl/Karton/Pappe, 1938)

Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg

 

 

 

 

 

 

Literatur

 

Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg (Hg.): Arthur Degner. Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag 21. April – 26. Juni 1988, Regensburg 1988

 

Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen (Hg.): Ostdeutsche Gedenktage 1988, Bonn 1989, S. 30ff.

 

Stiftung Deutschlandhaus Berlin (Hg.): Große Ostpreußen, Berlin 1986, S. 22f.

 


 

Verfasser: Marco Wachtel M.A.

Abbildungen: Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen - Ostdeutsche Gedenktage 1988, S. 30; Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg - Arthur Degner 1988, S.

Die Rechte zur Nutzung der Abbildungen mit dem Text obliegen dem Kulturzentrum Ostpreußen.

 

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