Bernsteinköpfchen "Traut"
Hermann Brachert, 1941

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Johann Friedrich Reichardt - 205. Todestag


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Johann Friedrich Reichardt - 205. Todestag

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* 25. 11. 1752 in Königsberg    

†  27. 06. 1814 in Giebichenstein bei Halle

 

 

Johann Friedrich Reichardt war der Sohn des hochgeachteten Königsberger Stadtmusikers und Musiklehrers Johann Reichardt. Von ihm erhielt er bereits im frühen Kindesalter Geigenunterricht und ging mit seinem Vater im Alter von zehn Jahren auf Konzertreisen in Ostpreußen. Auf diesen Reisen erwarb er sich den Ruf eines musikalischen „Wunderknaben“. Für seinen Musikstil besonders prägend wurde eine Reise mit seinem Vater in das Baltikum, bei der die landschaftlichen Reize der Kurischen Nehrung auf ihn einen tiefen Eindruck machten.

 

In der Zeit der russischen Okkupation Königsbergs von 1758 – 1762 kam er mit der Melodik der slawischen Volksmusik und der frühen Kammermusik Joseph Haydns durch russische und österreichische Kriegsgefangene in Königsberg in Berührung und verarbeitete diese Eindrücke in seinen frühen Werken. Das hohe gesellschaftliche Ansehen der Musikerfamilie Reichardt und die Kontakte des Vaters zu Königsberger Bürger- und Adelsfamilien (u. a. Graf Heinrich Christian von Keyserlingk) ermöglichten Johann Friedrich Reichardt den Zugang zu hohen Bildungseinrichtungen.  Wie Immanuel Kant besuchte er das Collegium Fridericianum und studierte nach seinem Abitur auf Betreiben Kants von 1769 bis 1771 an den Universitäten Königsberg und Leipzig Jurisprudenz und Philosophie.

 

Nach seinem Studienabschluss im Jahr 1771 entging er einer bürgerlichen Berufswahl durch eine unter „Sturm und Drang“-Zeichen stehenden Musikerreise. 1774 kehrte er nach Königsberg zurück und wurde Kammersekretär in Ragnit. Friedrich d. Gr. ernannte ihn 1775 zum königlich-preußischen Hofkapellmeister in Berlin. Diese Schaffensperiode als Kapellmeister unter Friedrich d. Gr. und Friedrich Wilhelm II. bis 1794 brachte für das Berliner Musikleben viel Neues und eröffnete die ruhmreiche Wirksamkeit der drei aus Königsberg stammenden Berliner Hofkapellmeister Reichardt, Nicolai und Dorn.

 

1777 heiratete er die Sängerin und Komponistin Juliane Benda, Tochter des preußischen Hofviolinisten und Komponisten Franz Benda. In der Ehe wurden vier Kinder geboren, von denen zwei bereits im Kindesalter verstarben. Reichardt konzentrierte sich neben seiner Stellung als Hofkapellmeister auch auf die Schriftstellerei und die Komposition von Liedern und Instrumentalwerken. Sein weiteres Leben verlief vielfach auf ausgedehnten Reisen nach Italien, in die Schweiz, Österreich und Frankreich, deren Schilderung, besonders in Paris und Wien, bedeutende Beiträge zur musikalischen Kulturgeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts darstellten. Nach dem Tod seiner Frau Juliane Reichardt, geb. Benda, im Jahr 1783 heiratete er im gleichen Jahr Johanna Alberti, die Tochter des Diakons und Dichters Julius Gustav Alberti. In dieser Ehe wurden fünf Kinder geboren.

 

Sein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu Immanuel Kant bestand und hielt über viele Jahre und ist über einen aktiven Briefwechsel bezeugt. Reichardt gilt als einziger „Künstler großen Stils“, mit dem Kant in persönlicher Beziehung stand und dem er seine kunstphilosophischen Ansichten in großer Klarheit offenbarte. Diese Korrespondenzen zwischen Reichardt und Kant bilden für die historische Forschung eine wichtige Grundlage, um die Stellung Kants zur Kunst und den Künstlern seiner Zeit nachzuvollziehen.

 

Ab 1786 knüpfte Reichardt auch engere Beziehungen zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Gottfried Herder, mit denen er freundschaftlichen Kontakt pflegte. Seit dem Ausbruch der französischen Revolution 1789 in Paris begeisterte sich Reichardt für die revolutionären Ideen und geriet in den folgenden Jahren als „Revolutionssympathisant“ in der Gesellschaft vielfach in persönlichen Misskredit. Wegen „freiheitlicher Gesinnung“ wurde er schließlich 1794 aus seinem Amt als Hofkapellmeister ohne Pension entlassen und zog sich auf das neu erworbene „Kästnersche Kossätengut“ in Giebichenstein bei Halle zurück. Das Gut baute er zu einer „Herberge der Romantik“ (Reichardts Garten) aus, welche den wissenschaftlichen und literarischen Berühmtheiten jener Zeit als Treffpunkt diente. 1796 wurde er begnadigt und zum Salinendirektor in Halle ernannt. Dies bot ihm die Möglichkeit, wieder an seine musikalische Schaffensperiode in Berlin anzuknüpfen, um die Aufführungen seiner Kompositionen zu leiten.

 

Im Jahre 1803 reiste Reichardt erneut nach Paris. Diese Reise dämpfte seine Begeisterung für die Ideale der Französischen Revolution und die Politik der Franzosen erheblich. Reichardt erklärte sich zum Gegner Napoleons. Als 1806 Reichardts Gutshaus und Garten in Giebichenstein durch französische Truppen geplündert wurden, floh er nach Danzig und lebte zurückgezogen in armen Verhältnissen. Napoleons Bruder Jérôme ernannte den verarmten Reichardt 1807 zum Theaterdirektor in Kassel. Dieses Zwischenspiel dauerte nur zirka neun Monate. Im November 1809 übersiedelte er nach Wien und übernahm zahlreiche Einflüsse der Wiener Klassik in sein musikalisches Wirken. In dieser Zeit verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, sodass er sich wieder in sein Gutshaus in Giebichenstein bei Halle zurückziehen musste. Am 27. Juni 1814 verstarb er an den Folgen eines Magenleidens und wurde auf dem Hof der Kirche St. Bartholomäus in Halle beigesetzt.

 

Seine Liederkompositionen auf die Gedichte Goethes verschafften ihm einen starken Nachruhm. Er vertonte auch 49 Lieder Johann Gottfried Herders. Seine Komposition „Bunt sind schon die Wälder“ von 1799 zählt heute zu den bekanntesten deutschen Volksliedern. Die Vertonung des Passions-Librettos "La passione di Gesu Cristo" von Pietro Metastasio wurde 1784 in Berlin und 1785 in London und Paris mit großem Erfolg aufgeführt. Die Oper „Le feste galanti“ bewog Friedrich d. Gr. zur Einstellung Reichardts als Hofkapellmeister.

 

Seine schriftstellerischen Arbeiten sind u. a.:

 

„Die Briefe eines aufmerksamen Reisenden die Musik betreffend“ von 1774–1776

„Über die deutsche comische Oper“ (1774)

Musikalisches Kunstmagazin (1781–1792)

Studien für Tonkünstler und Musikfreunde (1793)

Vertraute Briefe aus Paris (1804); Vertraute Briefe aus Wien (1810)

 

 

 

 

 


Verfasser: Andreas Küstner, M.A.

Abbildungen: Bildarchiv Kulturzentrum Ostpreußen

Die Rechte zur Nutzung der Abbildungen mit dem Text obliegen dem Kulturzentrum Ostpreußen.

 

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